05.03.2012
Szenenapplaus in Rot-weiß - Modern Arnis meets Ju Jutsu

Wenn man tiefe Einblicke in eine Thematik bekommen möchte, holt man sich am Besten Experten zu ebendiesem Thema. Als es am 4. Februar 2012 in Neustadt um Würge-, Hebel- und Bodentechniken mit dem Stock ging, war es nur logisch, Fachleute im Umfang mit dem Stock mit Leuten zusammenzubringen, die sich mit Würge-, Hebel- und Bodentechniken gut auskennen.

Deshalb war dieses Thema für Modern Arnis und Ju Jutsu gemeinsam ausgeschrieben worden. Es war die erste offizielle Kooperationsveranstaltung zwischen einem Verein des Deutschen Arnis Verbands und dem Schleswig Holsteinischen Ju Jutsu Verband.

Wie erhofft setzten sich die gut 70 Teil¬nehmer zu ungefähr gleichen Teilen aus Arnisadores und Ju-Jutsuka zusammen, von denen viele in gemischten Paaren trainierten. Philipp Wolf als Referent vertrat beide Gruppen – er hält den 4. Dan in beiden Stilen.

     Vor dem offiziellen Lehrgang fand noch eine Modern Arnis Prüfung statt nach der 12 Arnis Sportler und Sportlerinnen ihre nächste Graduierung (5.-2. Klase) erfolgreich in Empfang nehmen konnten.

Den eigentlichen Lehrgang begann Philipp mit Würgetechniken mit dem Stock, ausgehend von zwei Angriffsrichtungen hin zu je drei verschiedenen Würgetechniken je nach Reaktion des Angreifers. Es folgten Armbeugehebel, überwiegend in Form von Muskelquetschen, bei denen der Stock in der Ellenbeuge lag.


Als die Teilnehmer Philipp aufforderten, einen etwas komplizierteren Eingang noch einmal langsamer zu zeigen, lieferten er und sein Partner Marcus (Kiel) eine spontane Superzeitlupenpantomime ab, die alleine durch die Mimik der beiden ihren Szenenapplaus wert war.

Trotz des komplexen Themas hielten die Teilnehmer vom Anfänger bis zum 5. Dan die Konzentration bis zum Schluss, als es um Bodentechniken mit dem Stock ging. Zum Werfen, Halten, Hebeln und erneut zum Würgen kamen die Stöcke zum Einsatz.


Arnisadores und Ju Jutsuka verstanden sich auf der Matte von Anfang an bestens. Gerade in den gemischten Paaren ergänzten sie sich mit ihren unterschiedlichen Vorkenntnissen auf ideale Weise. Gemeinsame Lehrgänge, so das allgemeine Fazit, sollte es häufiger geben.


(C) Text/Fotos: Jens Dykow/Philipp Wolf, 02/2012