Deutscher Arnis Verband e.V.
12. Internationales Modern Arnis Sommerlager des DAV

Und wieder war es Karlsruhe ... Zwei Jahre zuvor, hatte sich die Sportschule Schöneck auf dem Turmberg hoch über der Stadt bereits bewährt. Auch für dieses Mal standen die Zeichen gut, denn vom 1. bis zum 7. August 2011 waren hochkarätige Trainerinnen und Trainer anwesend:

  • Grandmaster Datu Dieter Knüttel, 8. Dan Modern Arnis, Dortmund, Bundestrainer des DAV
  • Senior Master Hans Karrer, 7. Dan Modern Arnis, Ulm
  • Senior Master Jørgen Gydesen, 7. Dan Modern Arnis, Ulm
  • Carsten Hemmersbach, 5. Dan Modern Arnis, Köln
  • Ingo Hutschenreuter, 5. Dan Modern Arnis, Holzgerlingen
  • Sunny Graff, 5. Dan Modern Arnis, Frankfurt
  • Paulo Motita, 5. Dan Modern Arnis, Manila/Philippinen
  • Sven Barchfeld, 4. Dan Modern Arnis, Dresden, 1. Vorsitzender des DAV
  • Peter Rutkowski, 4. Dan Modern Arnis, Essen
  • Benedikt Eska, 4. Dan Modern Arnis, München
  • Philipp Wolf, 4. Dan Modern Arnis, Neustadt i.H., 2. Vorsitzender des DAV
  • Andre Dawson, 3. Dan Modern Arnis, Paderborn
  • Alexander Pisarkin, 2. Dan Modern Arnis, Ekaterinburg/Russland

Unschwer zu erkennen, dass wir wirklich international aufgestellt waren. Neben den beiden Trainern von den Philippinen und aus Russland, waren unter den ca. 180 Arnisadoras und -res auch Teilnehmer aus Russland, Frankreich, Österreich und der Ukraine angereist. Die Altersspanne der Teilnehmer/innen betrug 66 Jahre: Michelle K. war mit 9 Jahren die Jüngste, Siegfried Derwisch mit 75 Jahren der Älteste.


Alle Teilnehmer/innen des 12. Sommerlagers
 

 

Das Wetter hat uns nicht im Stich gelassen, so dass wir nahezu alle Trainingseinheiten an der frischen Luft durchführen konnten. Davon ausgenommen waren natürlich solche Einheiten, die auf die Matten in der Ringer- und Judohalle oder auf das Schwimmbad nicht verzichten konnten.

Tatsächlich: Wir haben sogar im Wasser gekämpft und die Einheit 'Fighting in the wet element' war beide Male sehr gut besucht. Überhaupt haben wir neben den üblichen Verdächtigen (Doppelstockserien, Tapi-Tapi, Sinawali, Karanza, etc.) viel und weit über den Tellerrand des Modern Arnis geblickt. Mehrere Langstockeinheiten, teils mit Fackeln, Aero-Fighting (eine Kombination aus Arnis, Schritttechniken und Aerobic), Selbstverteidigung Stuhl gegen Stock oder im und am Auto, und der Terminator (Zirkeltraining mit Arniselementen) seien hier nur beispielhaft angeführt.

           

Diese und viele mehr waren mal ganz andere, neue Einblicke in die Welt des Modern Arnis. Für viele war es eine besonders wertvolle Erfahrung in einem multikulturellen, toleranten und freundschaftlichen Umfeld zu lernen und nebenbei viel Spaß zu haben.

Als besonders 'anwendungsbezogenes' Training fügten sich Einheiten wie 'Juego Todo' (Vollkontakttraining und dessen sinnvoller und verletzungsarmer Einsatz im Dojo) oder 'Hauen und Stechen in engen Räumen' nahtlos in das reichhaltige Programm-Angebot.


Die Trainer/innen (v.l.n.r.): Andre Dawson, Philipp Wolf, Benedikt Eska, Sunny Graff, Peter Rutkowski, GM Datu Dieter Knüttel, Sven Barchfeld, Carsten Hemmersbach, SM Jørgen Gydesen, Ingo Hutschenreuter, Paulo Motita, SM Hans Karrer, Alexander Pisarkin



 

 

 

 

 

 

Vielen Teilnehmern dürfte es, so wie mir, oft schwer gefallen sein, aus der Fülle der Möglichkeiten die Themen auszuwählen, die man leider nicht besuchen konnte. Keine der 22 Einheiten – ich unterschlage hier die beiden Einheiten speziell für die Trainerinnen und Trainer des Sommerlagers - kam nämlich mit weniger als 5 verschiedenen Trainern und ihren jeweiligen Themen daher, meist waren es 7, in der Spitze sogar 8. Insgesamt wurden auf diese Weise 151 Trainingseinheiten gegeben, eine beachtliche Leistung.
 
Und noch einige weitere beachtliche Leistungen wurden erzielt, denn eine nicht geringe Anzahl von Teilnehmerinnern und Teilnehmern ist eine Klase oder gar einen DAN auf der Graduierungsleiter empor geklettert. Hierbei sei besonders Siggi Derwisch hervorgehoben, der seinen 5. Dan im stolzen Alter von 75 Jahren erfolgreich meisterte. Herzlichen Glückwunsch an alle!

Die neuen Dan-Träger/innen des Sommerlagers:
  • Lakan/Dayang Isa, 1. Dan: Sascha Handschug, Mike Lange, Carsten Raum, Ralf Kuprasch, Daniel Schuster, Stefan Braun, Melanie Thumm, Marc Reiff, Markus Wellm, Andre Raquet, Gerald Rost, Michael Oechsle, Denis Butic, Jürgen Schüssler, Ivan Rostovskiy (Russland), Andrey Chertkov (Ukraine).
  • Lakan/Dayang Dalawa, 2. Dan: Lydia Rosenkranz, Hans-Joachim Albrecht, Alexander Friedrichs, Matthias Butz, Brigitte Omerzel, Regina Speulta
  • Lakan Lima, 5. Dan: Siegfried Derwisch

An dieser Stelle sei noch die Hauptversammlung erwähnt, bei der alle Vorstandsmitglieder mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt wurden.

Die hervorragende Ausstattung der Sportschule, die auch darüber hinaus mit Annehmlichkeiten wie z.B. einer mehr als akzeptablen Regelung zur Nachtruhe (bis 01:00 Uhr war die Bar geöffnet) erfreuen konnte, gepaart mit exzellenten Trainern und einer phänomenalen Vorbereitung und Organisation haben uns eine erlebnis- und lehrreiche Zeit mit sehr viel Schweiß und noch mehr Freude beschert.

            

Auch die Abende im Sommerlager gingen mit einem Abschlußbier oder entsprechendem nicht-alkoholischem Getränk in dem Hauslokal immer besinnlich zu Ende, so daß man am nächsten Tag wieder sportlich beginnen konnte. An manchen Abenden konnte man sogar tanzfähige und musikalische Arnisadores beobachten.

Unnötig zu sagen, dass besonders am letzten Abend mit geölten Kehlen und zunehmender Nachtzeit die Gesänge immer schöner und die Sängerinnen und Sänger immer hübscher, äh … ausdrucksstärker wurden. Übrigens war so viel Musikalität versammelt, dass sich manch eine(r) wünschte, doch ein Instrument mitgebracht zu haben. Bitte denkt also nächstes mal dran! Wir bekommen bestimmt eine klasse Band hin, wenn nicht gar ein Orchester. :-)

Alles in allem war die Woche viel zu kurz und die Zeit bis zum nächsten Lager, das übrigens wieder am gleichen Ort sein wird, ist wie immer viel zu lang. Umso mehr werde ich mich darauf freuen!


(C) Text: Henning Höllein, 16.09.2011

(C) Fotos: Sven Barchfeld, 08/2011
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